„Frühe Bildung wird gerechter“ – 100 Mio. € mehr für die Kitas in NRW

Unter Federführung von Ingrid Hack luden die sieben Kölner SPD-Landtagsabgeordneten zu zwei Veranstaltungen ein, in denen über die zweite Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) informiert und diskutiert wurde. Über 100 Gäste, darunter zahlreiche Erzieherinnen, Trägervertreter und Eltern interessierten sich für die aktuell geplanten Gesetzesänderungen. „Leitlinie des Reformvorhabens ist, für mehr Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit zu sorgen“, so Manfred Walhorn, Abteilungsleiter Kinder und Jugend im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der auf Einladung der Abgeordneten die Eckpunkte der Revision präsentierte:

  • Die Verfügungspauschale
    Durch die Pauschale erhalten die Einrichtungen die Möglichkeit in eigener Verantwortung zu entscheiden, wie sie Fachkräfte entlasten können, um mehr Zeit für die pädagogische Arbeit zu haben, z.B. durch Hauswirtschaftskräfte im Rahmen der Mittagsversorgung. Hierfür werden jährlich 55 Millionen landesweit zur Verfügung gestellt.
  • KITA-plus
    Das Land fördert mit 45 Mio. € landesweit zusätzlich Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an bildungsbenachteiligten Familien. So werden ca. 25 % der Einrichtungen im Land zusätzlich 25.000 € pro Jahr für ihre Bildungsarbeit erhalten, das entspricht ca. einer halben Fachkraft-Stelle.
  • Sprachförderung
    Sprachbildung wird in den Mittelpunkt gerückt und die Sprachentwicklung wird von Beginn des Kita-Besuches an gefördert. Die Erzieherinnen und Erzieher werden die Sprachfähigkeit im alltäglichen Zusammensein ermitteln und daran kindgerechte Förderung ausrichten. Für Kita-Kinder wird das derzeit geltende Delfin4-Verfahren 2014 zum letzten Mal stattfinden.

    Neben Manfred Walhorn und Ingrid Hack diskutierten auch Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport, und Dr. Ralf Heinen, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses (SPD) über die geplanten Verbesserungen und beantworteten Fragen. Zur Sprache kamen u.a. die Gruppengröße in den Kitas – die nicht verändert werden soll -, und die grundsätzliche Finanzierungsproblematik in der Frühen Bildung. „Wir wissen, dass wir mit dieser Revision des KiBiz nicht alle Problemlagen lösen, aber wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um frühkindliche Bildung zu verbessern und den Bildungsort Kita zu stärken“, so Ingrid Hack. Dr. Agnes Klein teilte diese Auffassung: „Wir freuen uns über die geplanten zusätzlichen Landesmittel. Gerade das Programm KITAplus wird in Köln positiv wirken. Da das Kriterium für diese Förderung die Zahl der Kinder in Familien, die im SGB II-Bezug leben, ist und die zusätzlichen Beträge vom Jugendamt vergeben werden, können wir gezielt fördern, wo es nötig ist. Wir können beispielsweise auch regelmäßigen Informationsaustausch sichern oder gemeinsame Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und Veranstaltungen im Sozialraum ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass als positiver Nebeneffekt die zunehmende Vernetzung aller an der Frühen Bildung Beteiligten in den definierten Sozialräumen erreicht werden kann.“

    Positiv aufgenommen wurden vom Publikum auch die vorgeschlagenen Verbesserungen beim Anmeldeverfahren und die Intensivierung der seit 2011 gesetzlich verankerten Elternmitwirkung, u.a. durch die in Zukunft mögliche beratende Teilnahme des Jugendamtselternbeirats an den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses. Dr. Ralf Heinen: „Auch hier erhoffen wir uns durch die Beteiligung der Eltern einen frühzeitigen Austausch und Interessenausgleich zwischen Eltern, Beschäftigten, den Trägern, der Verwaltung und der kommunalen Politik.“