Bundesbildungsministerin Wanka: Wirtschaft muss bei Ausbildung von Flüchtlingen mehr tun

Berlin (dpa) – Bundesbildungsministerin Johanna Wanka verlangt von der Wirtschaft mehr Engagement bei der beruflichen Bildung von Flüchtlingen. «Wir wollen, dass diese jungen Menschen in eine berufliche Ausbildung kommen. Das ist für den Einzelnen wichtig und auch für die Volkswirtschaft», sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Aber da ist noch viel zu tun in der deutschen Wirtschaft nach den anfänglichen Erwartungen und vollmundigen Ankündigungen.»

Wanka betonte zugleich: «Mit dem Handwerk klappt das schon gut.» Sie verwies darauf, dass dessen Zentralverband und der Bund gemeinsam ein Programm für 10 000 Lehrstellen aufgelegt hätten. «Dafür kommen auch Anträge von Kammern aus Regionen, die ansonsten Probleme bei der Gewinnung von Lehrlingen haben. Das ist genau der gewünschte Effekt», sagte sie. Anfang Februar hatten die Ministerin, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Handwerks (ZdH) das Qualifizierungsprogramm vorgestellt, für das die Regierung in den nächsten beiden Jahren 20 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Wanka sagte, es gebe noch «kein verlässliches Zahlenbild» zu den Qualifikationen der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge.
«Nach den Selbstauskünften ist es wohl so, dass 25 Prozent der Asylantragsteller keinen Schulbesuch absolviert haben oder nur die Grundschule.» Ihrem Ministerium und dem Arbeitsministerium von Andrea Nahles (SPD) gehe es derzeit darum, Kompetenzen festzustellen.