Gute Schule. Beste Bildung G8flexi – Kölner Anstoß beflügelt Bildungsdebatte der NRWSPD

Die KölnSPD hat mit einem Antrag zu G8/G9 die Debatte angestoßen und letztlich Zustimmung bei den Verantwortlichen der LandesSPD bis hin zu Parteichefin Hannelore Kraft gefunden.

Kernelemente des neuen SPD-Modells sind:

  • Mehr Zeit für Lernen und Leben. Die Sekundarstufe I wird wieder sechsjährig. Um die Dichte des Lernstoffs und den damit verbundenen Druck bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern am Gymnasium wieder zu verringern, wird die Sekundarstufe I wieder auf sechs Jahre verlängert und damit der Länge der anderen Schulformen angeglichen. Durch das regelmäßige Erreichen des mittleren Abschlusses nach der Klasse 10 auch am Gymnasium, stärken wir die Abschlussverantwortung und erhöhen wieder die Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Schulformen in der Sekundarstufe I.
  • Die Reform der gymnasialen Oberstufe erhält die Möglichkeit für G8. Mit der regelmäßigen Verlagerung der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe in die letzte Jahrgangsstufe der Sekundarstufe I (Klasse10) erhalten wir die Möglichkeit, nach acht Jahren am Gymnasium das Abitur zu machen. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gehen danach direkt in die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe über. Sie, aber auch andere Schülerinnen und Schüler, werden wir künftig mit den zusätzlichen Förderstunden besser unterstützen.
  • Durch die Option für ein zusätzliches Orientierungsjahr kommen alle mit. Vor dem Eintritt in die Qualifizierungsstufe wird ein zusätzliches, der bisherigen Einführungsstufe nachgebildetes Förderjahr angeboten. Dieses Orientierungs- und Förderangebot richtet sich neben denjenigen, die sich nach dem Abschluss der Sekundarstufe I nicht sofort einen Übergang in die Qualifikationsphase wünschen, auch an Seiteneinsteiger von anderen Schulformen sowie Schülerinnen und Schüler mit Lernrückständen.
  • Auch möglich: Ein Auslandsjahr vor dem Übergang in die Qualifizierungsphase. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können die Verkürzung in der Oberstufe auch als regelmäßige Option für ein Auslandsjahr nutzen, ohne dabei Lerninhalte zu verpassen.

    Zur Erinnerung: am Anfang schien es ein guter Gedanke zu sein, das Gymnasium auf 8 Jahre zu verkürzen. Elternvertreter und Arbeitgeber waren sich einig, dass damit die beruflichen Chancen der Jugendlichen deutlich steigen und international Bestand haben würden. Und in den neuen Bundesländern klappte das ja auch. Auch die Politik war im Großen und Ganzen einverstanden. Uneinigkeit gab es aber bei der Umsetzung. Während Rot/Grün eindeutig Unterstufe und Mittelstufe bei behalten und nur die Oberstufe auf zwei Jahre verkürzen wollten, kürzten Schwarz/Gelb ausgerechnet in der Sekundarstufe I. Mit negativen Folgen: der Grundlagenstoff muss gnadenlos durchgepeitscht werden, gerade die „Kleinen“ haben deutlich weniger Freizeit und Pubertierende geraten unter hohen Leistungsdruck. Und als schwerwiegendste Folge gibt es an den Gymnasien keinen mittleren Schulabschluss mehr. Für schwächere Schüler entfällt damit die Möglichkeit, sich nach einer „Mittleren Reife“ neu zu orientieren.

    Eine grundlegende Korrektur erschien bei der erneuten Regierungsübernahme für die Schulen nicht zumutbar. Daher wurde versucht, gemeinsam mit Schulen, Lehrer- und Elternverbänden bei G8 nachzubessern: weniger Unterrichtsstoff, keine Hausaufgaben, mehr Ganztag sollten die Belastungen für die Kinder und Jugendlichen verringern. Und die guten Ergebnisse beiden Abiturprüfungen schienen diesen Weg zurechtfertigen. Aber dennoch blieben die Klagen von Schülerinnen und Schülern, Jugendverbänden und von Elternvertretern. Vor diesem Hintergrund hat sich die KölnSPD schon 2013 in einer Reihe von Veranstaltungen mit dem Thema beschäftigt und 2014 dazu ein Grundsatzpapier geschrieben. Kernaussagen: zurück zu 6 Jahren Unterstufe und Mittelstufe und dann eine flexible Oberstufe mit zwei, drei, oder auch vier Jahren, je nach persönlichem Leistungsstand. Ein gutes Modell, wie wir bis heute finden. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

    Leider gab es zunächst keine Unterstützung, auch nicht von Schulministerin Sylvia Löhrmann, die starr bei ihrem „Reformkurs“ blieb. Aktuell verblüffte Frau Löhrmann die Öffentlichkeit, indem sie eine vollständige Flexibilisierung aller Schulformen und in allen Jahrgangsstufen propagierte. Was genau das heißt und wie das umgesetzt werden soll, verschweigt sie allerdings. Daher erntet sie auch Unverständnis. Anders das SPD–Modell: das ist durchdacht und umsetzbar im laufenden Betrieb.