Forschungsaktivitäten an Fachhochschulen verbessern – Landesregierung bleibt Vorschläge schuldig

Gestern Abend wurde im nordrhein-westfälischen Landtag auf Antrag der SPD-Fraktion über die Rahmenbedingungen für Forschungstätigkeiten an Fachhochschulen debattiert. Zum selben Thema hatten die Landesektorenkonferenz der Fachhochschulen und die Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der Fachhochschulen NRW in der letzten Woche ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt. Dazu erklärt Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die hohen Lehrverpflichtungen und die geringe Mitarbeiterausstattung schränken Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen in ihrer Forschungstätigkeit ein. Die 16 Fachhochschulstandorte können einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vereinzelt mehr Zeit für Forschungstätigkeiten gewähren, müssen die fehlenden Lehrstunden aber auf andere Schultern verteilen. Dies wird auch durch das von der SPD-geführten Vorgängerregierung eingeführte Programm ‚FH Zeit für Forschung‘ ausdrücklich gefördert. Obwohl das Programm hilft, kann es keine nachhaltige und flächendeckende Lösung sein. Anders als Universitäten verfügen Fachhochschulen über keine eigenständige Grundfinanzierung für Forschung und sind damit gänzlich auf die Einwerbung von Drittmitteln angewiesen. Die Landesregierung hat es bei der Überarbeitung des Hochschulgesetzes versäumt, den Fachhochschulen zusätzliche Möglichkeiten an die Hand zu geben, Forschungstätigkeiten flexibler gewähren zu können.

Auf Antrag der SPD wurden im Wissenschaftsausschuss zusammen mit Sachverständigen aus Fachhochschulbereich konkrete Maßnahmen diskutiert, um die Lehrveranstaltungsstunden für Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen zu senken. Die geladenen Sachverständigten bewerteten den Vorstoß der SPD positiv. Trotzdem stimmten die Fraktionen von CDU und FDP dagegen. Die Landesektorenkonferenz der Fachhochschulen und die Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der Fachhochschulen NRW haben zur Stärkung der Forschung an Fachhochschulen nun ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt, in dem sie die Erhöhung der Grundfinanzierung für Forschung bei gleichzeitigem Lehrausgleich auf 12.000 Euro pro Professur veranschlagen. Hochgerechnet auf alle 3.000 FH-Professuren entspräche dies einer Gesamtsumme von 36 Millionen Euro pro Jahr.

 

Dieser Forderung schließt sich die SPD an. Über diese konkrete finanzielle Zusage hinaus, muss die Landesregierung ihren vollmündigen Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag endlich Taten folgen lassen und erklären, wie sie die Rahmenbedingungen für Forschungstätigkeiten an den Fachhochschulen zu verbessern gedenkt.“